UDK BERLIN // SCHAU 10

CREDITS: I♥PONYS

Noch nie habe ich eine so beeindruckende Modenschau von einer Modeschule gesehen. Es scheint als hätte sich die Universität der Künste(UdK) Berlin alle Jungdesignertalente zusammengesammelt, sie mit Ideen gefüttert und erfolgreich individuell gefördert. Ob Grundstudium-, Hauptstudium- oder Diplomarbeiten – das hohe Niveau der Studenten und der Schule war nicht zu übersehen.

So ließen sich einige Studenten des Hauptstudiums unter dem Titel „spektakel“ von der Ausstellung „Let’s Entertain“ des Walker Art Centers von Minneapolis inspirieren, die Studenten des Grundstudiums sollten hingegen unter dem Dachthema „askese-ekstase“ den Balanceakt zwischen Tragbarkeit und dem künstlerischen Freiraum in zwei Outfits meistern. Die Diplomarbeiten waren so unterschiedlich wie ihre Macher selbst. Mads Dinesen (der unter anderem mit einem Preis von H&M ausgezeichnet wurde) widmete sich in seiner Kollektion „Pain is felt by all“  der Kolonialgeschichte seines Heimatlandes Dänemark, Sina Thomaseth ließ sich  in ihrer Kollektion „Kraut und Rüben“ von der Arbeitskleidung ihrer auf einem Bauernhof lebenden Urgroßeltern in den 30er Jahren inspirieren und Gloria Landenbergers Abschlusskollektion „Melancholie und Raserei“ beschäftigt sich mit  den Symptomen einer bipolaren Persönlichkeitsstörung. So spannend wie die Kollektionen optisch wirken, so spannend liest sich das beiliegende Lookbook, das  zusätzlich mit hoch professionell erstellten Fotostrecken der Studenten und Absolventen bebildert ist.

 

Ein kurzer einleitender Text des Lookbooks zur „schau 10“  bringt es auf den Punkt.

„Mode hat oft mit ihrer Glaubwürdigkeit als künstlerische Ausdrucksform zu kämpfen. Dies ist durchaus nachvollziehbar, denn sie bedient sich der Dramaturgie des Entertainment: der Darstellung, der Inszenierung, der Performance. Was oft erahnt, aber nicht sichtbar wird, ist, dass Mode weit mehr beinhaltet als ihre öffentliche Präsentation. Ihr Entwurf setzt fundierte Recherche, interdisziplinäres Denken und Verknüpfen, Definieren von Qualität, Sichtbarkeit von Bezügen und eine individuelle künstlerische Reflexion voraus. Dies alles sind Qualitäten, die man als Gestalterin und Gestalter lernen und erfahren muss. Sie müssen sich herausbilden an einem Ort, der Konzentration fördert, Kontemplation stärkt und Improvisation zulässt. (..) Ich bin davon überzeugt, dass die Universität der Künste Berlin solch ein Ort ist.“

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